Auf dem Weg der Selbstständigkeit kommt man irgendwann nicht mehr um das Thema Marketing herum und was soll ich sagen: so faszinierend, wie ich das Thema an sich finde (rein von der psychologischen Seite), so sehr sträube ich mich, gängige Marketing-Methoden zu nutzen. Für mich ist Marketing zum großen Teil einfach nur Manipulation.

Gern würde ich komplett auf Marketing verzichten, aber da gibt es ein Problem: auf dem überfüllten „Marktplatz“, wo jeder mit lauter Stimme versucht, seine Ware anzupreisen, wirst du als stiller Anbieter untergehen. Ich möchte aber nicht schreien und potenzielle Kunden mit vorgefertigten, erfolgsgarantierten Marketingsprüchen zu meinem Verkaufstand ziehen. Irgendwie fühlt es sich nicht authentisch an, ja es hat sogar etwas Aufdringliches und das mag ich selbst nicht, wenn man das an mir anwendet.

Um mal aufzuzeigen, was ich eigentlich meine, werde ich nun ein paar Marketingstrategien präsentieren, die das Unterbewusstsein von potenziellen Kunden triggern sollen und garantiert hast du die ein oder andere „Manipulation“ schon selbst erfahren – vielleicht nicht für dich offensichtlich erkennbar, aber das ist ja der Ganze Trick bei der Sache.

Titel: Marketingstrategien, die auf psychologischer Basis manipulieren

FOMO (Fear of Missing Out):

Ziel: Die Angst, etwas zu verpassen, auszulösen, um Kunden dazu zu bringen, eine Entscheidung zu treffen oder ein Produkt zu kaufen.

Erwartetes Ergebnis: Kunden sollen sich unter Druck gesetzt fühlen, sofort zu handeln, aus Angst, eine Gelegenheit zu verpassen, die für andere attraktiv ist.

Beispiel für FOMO:

Ein Online-Shop verwendet Countdown-Timer oder „nur noch wenige verfügbar“-Hinweise, um Kunden dazu zu drängen, sofort zu kaufen, bevor das Angebot endet. Ein Social-Media-Beitrag könnte den Eindruck erwecken, dass das Produkt schnell ausverkauft ist und es sich um einen „Must-Have“-Artikel handelt, um die Angst vor dem Verpassen zu verstärken.

Scarcity (Knappheit):

Ziel: Das Gefühl der Knappheit oder Begrenztheit eines Produkts oder einer Dienstleistung zu erzeugen.

Erwartetes Ergebnis: Kunden sollen sich dazu veranlasst fühlen, schnell zu handeln, da das Produkt oder die Dienstleistung möglicherweise bald nicht mehr verfügbar ist.

Beispiel für Scarcity:

Ein Reiseveranstalter bewirbt ein Urlaubsangebot und betont, dass nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen verfügbar ist oder dass das Angebot nur für eine begrenzte Zeit gültig ist. Dadurch wird der Druck auf potenzielle Kunden erhöht, schnell zu handeln, bevor das Angebot nicht mehr verfügbar ist.

Social Proof (Sozialer Beweis):

Ziel: Kunden dazu zu bringen, eine Kaufentscheidung zu treffen, indem gezeigt wird, dass andere Menschen das Produkt oder die Dienstleistung bereits nutzen oder unterstützen.

Erwartetes Ergebnis: Kunden sollen sich durch die positive Meinung oder das Verhalten anderer dazu ermutigt fühlen, das Produkt oder die Dienstleistung ebenfalls zu kaufen.

Beispiel für Social Proof:

Ein Unternehmen zeigt Kundenbewertungen und Testimonials auf seiner Website oder in Werbematerialien, um zu zeigen, wie zufrieden andere Kunden mit dem Produkt oder der Dienstleistung sind. Ein Influencer-Beitrag auf Social Media kann auch als Social Proof dienen, wenn der Influencer das Produkt oder die Dienstleistung lobt und empfiehlt.

Urgency (Dringlichkeit):

Ziel: Ein Gefühl der Dringlichkeit zu erzeugen, indem ein zeitlicher Rahmen für eine Aktion oder ein Angebot festgelegt wird.

Erwartetes Ergebnis: Kunden sollen sich unter Druck gesetzt fühlen, sofort zu handeln, um von einem zeitlich begrenzten Angebot zu profitieren.

Beispiel für Urgency:

Ein Einzelhändler bietet zeitlich begrenzte Sonderangebote an und betont, dass das Angebot nur für einen bestimmten Zeitraum gilt oder solange der Vorrat reicht. Dies könnte durch Werbung mit Formulierungen wie „Nur heute!“ oder „Solange der Vorrat reicht!“ verstärkt werden, um Kunden dazu zu ermutigen, sofort zu kaufen.

Bandwagon Effect (Mitläufer-Effekt):

Ziel: Kunden dazu zu bringen, sich einer Gruppe anzuschließen oder ein Produkt zu kaufen, weil es von anderen bereits akzeptiert oder beliebt ist.

Erwartetes Ergebnis: Kunden sollen sich dazu ermutigt fühlen, dem Trend zu folgen und das Produkt oder die Dienstleistung zu erwerben, um dazuzugehören oder sich nicht ausgeschlossen zu fühlen.

Beispiel für Bandwagon Effect:

Ein Bekleidungsgeschäft nutzt Social-Media-Marketing, um Bilder von Menschen zu teilen, die ihre Produkte tragen und sich in einer trendigen Umgebung befinden. Durch diese Bilder sollen potenzielle Kunden dazu ermutigt werden, sich dem Trend anzuschließen und die Kleidung ebenfalls zu kaufen, um dazuzugehören.

Titel: Neuromarkting - Wissenschaft trifft auf Werbung

Neuromarkting – Wissenschaft trifft auf Werbung

Neuromarketing-Techniken: Diese umfassen die Verwendung von Erkenntnissen aus Neurowissenschaften und Psychologie, um das Verhalten von Verbrauchern zu beeinflussen. Beispielsweise die Verwendung von Farben, Bildern und Wortwahl, um bestimmte neuronale Reaktionen zu stimulieren.

Doch das sind noch die harmlosen Manipulationen, denn keiner von uns hat etwas gegen schön gestaltete Produktbilder und Webseiten. Dieses Feld ist äußerst interessant und wenn man tiefer in die Materie geht, lernt man sich selbst noch mal von einer ganz anderen Seite kennen. 

Erkenntnisse aus dem Neuromarketing

Erkenntnis: Emotionen spielen eine entscheidende Rolle bei Kaufentscheidungen.

Strategie: Emotionale Ansprache durch visuelle und sprachliche Elemente.

Beispiel für Emotionen im Marketing:

Ein Automobilhersteller kann in seinen Werbekampagnen Bilder und Videos verwenden, die positive Emotionen wie Freude, Abenteuerlust und Sicherheit hervorrufen, um potenzielle Kunden dazu zu bewegen, sich mit dem Fahrzeug und den dazugehörigen Emotionen zu identifizieren.

Erkenntnis: Das Belohnungssystem des Gehirns reagiert auf Anreize und Vergünstigungen.

Strategie: Verwendung von Belohnungen und Anreizen, um Kunden zu motivieren.

Beispiel für Belohnungssystem im Marketing:

Ein Einzelhändler bietet Kunden Treuepunkte oder Rabatte für wiederholte Einkäufe an. Durch das Versprechen zukünftiger Belohnungen werden Kunden dazu ermutigt, loyal zu bleiben und regelmäßig bei dem Unternehmen einzukaufen.

Erkenntnis: Entscheidungen werden oft intuitiv und unterbewusst getroffen.

Strategie: Vereinfachung des Entscheidungsprozesses und Reduzierung von Wahlmöglichkeiten.

Beispiel für unbewusste Entscheidungen imMarketing:

Ein Online-Shop kann Produktfilter und -sortierungen verwenden, um das Einkaufserlebnis zu vereinfachen und Kunden dabei zu helfen, schneller eine Auswahl zu treffen. Die Reduzierung der Anzahl der angezeigten Optionen kann Kunden helfen, sich weniger überfordert zu fühlen und leichter eine Entscheidung zu treffen.

Erkenntnis: Das Gehirn reagiert stark auf visuelle Reize und ästhetische Elemente.

Strategie: Verwendung von ansprechendem Design und visuellen Reizen, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Beispiel für visuelle Reize im Marketing:

Eine Lebensmittelmarke kann in ihrer Verpackung und Werbung hochwertige und appetitliche Bilder der Produkte verwenden, um das Verlangen der Kunden nach dem Produkt zu steigern und sie zum Kauf zu motivieren.

Erkenntnis: Geschichten und Narrationen können das Gehirn aktivieren und die Markenbindung fördern.

Strategie: Erzählen von Geschichten und Erlebnissen, die die Markenidentität und -werte vermitteln.

Beispiel für Storytelling:

Ein Sportbekleidungshersteller kann in seinen Marketingkampagnen Geschichten über Sportler und ihre persönlichen Erfolge erzählen, um eine emotionale Verbindung zu seinen Kunden herzustellen und sie dazu zu inspirieren, die gleichen Produkte zu verwenden, um ihre eigenen Ziele zu erreichen.

Titel: Unethisches im Neuromarketing

Unethisches im Neuromarketing

Neuromarketing-Forschung ohne Zustimmung oder Transparenz:

Das Sammeln von neurologischen Daten oder das Testen von Marketingreizen an Personen ohne ihre ausdrückliche Zustimmung oder ohne transparente Offenlegung der Absichten und potenziellen Auswirkungen ist ethisch fragwürdig.

Leider ist das aber Gang und Gäbe, denn natürlich möchte ein Unternehmen anhand der Daten und Auswertungen ihre Marketingstrategie dementsprechend anpassen, um noch mehr aus seinen potenziellen Kunden herausholen zu können.

Manipulation von Gehirnreaktionen ohne Einwilligung:

Das Zielgerichtete Stimulieren oder Manipulieren von Gehirnreaktionen ohne Zustimmung der betroffenen Personen ist inakzeptabel. Dies kann beispielsweise durch den Einsatz von Substanzen oder Technologien geschehen, die das Verhalten oder die Entscheidungsfindung beeinflussen, ohne dass die Personen sich dessen bewusst sind.

Das kann schon ganz simple durch Zusätze in Nahrungsmittel geschehen, aber auch durch bestimmte Düfte in Einkaufspassagen etc. Kennen wir alles schon. Wie ist es im Onlineleben? Ein Beispiel:

Versteckte psychologische Trigger in Website-Designs:

  • Beispiel: Ein E-Commerce-Unternehmen verwendet subtile visuelle und sprachliche Elemente in seinem Website-Design, um psychologische Reaktionen bei den Besuchern hervorzurufen, ohne dass diese sich dessen bewusst sind. Dies könnte die Verwendung von Farben, Layouts, Schriftarten und Wortwahl umfassen, die unbewusst das Verlangen nach einem Produkt verstärken oder eine Handlung auslösen, wie beispielsweise einen Kauf zu tätigen. Diese Techniken könnten ohne klare Offenlegung der Absichten oder ohne Zustimmung der Verbraucher eingesetzt werden, was ethisch fragwürdig ist.

Hier muss man sich ganz bewusst machen, dass wir Menschen sehr einfach zu manipulieren sind. Sei es durch emotionale Musik, effektstarke Videos oder bestimmte Schriftarten, die nostaligische Erinnerungen erwecken können. Es gibt tatsächlich Spezialisten auf diesem Gebiet, die nur das auf Webseiten etc. anwenden, um den größtmöglichen Effekt zu bewirken.

Ausnutzung von Schwächen oder Verletzlichkeit:

Das gezielte Ausnutzen von bekannten Schwächen oder Verletzlichkeiten von Personen, wie beispielsweise Suchtverhalten, psychischen Gesundheitsproblemen oder finanziellen Problemen, um Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, ist moralisch verwerflich.

Das ist ein Grund, warum Casinowerbung verboten wurde. Aber auch hier gibt es ganz einfache Beispiele, wie mit den Schwächen der Menschen gearbeitet wird, um mehr Umsatz bei sich zu erzeugen. Erkennen kann man das, indem der erste Satz – die Huck sozusagen – in eine Frage gepackt ist, die einen Schmerzpunkt bei dir ansprechen. „Kennst du das, du möchtest einfach nur dieses wunderschöne Kleid aus dem Laden kaufen, aber leider ist es nur noch in Größe M zu kaufen – es wird Zeit endlich deine Wunschfigur zu bekommen und dabei können wir dir helfen…“

Bewusste Irreführung oder Täuschung:

Das Verwenden von irreführenden oder manipulativen Taktiken, um Kunden über die tatsächlichen Eigenschaften oder Auswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung zu täuschen, ist unethisch. Dies kann beispielsweise durch die Verwendung von gefälschten Testimonials, gefälschten wissenschaftlichen Studien oder irreführenden Produktbeschreibungen geschehen.

Diese Taktik ist auch nicht selten und gerade gefälschte Testimonials sind da ein hervorstechendes negatives Beispiel. Doch auch hier kann man noch subtiler anfangen, indem man sich mal bewustt macht, wie viele wahnsinng erfolgreiche Coaches schon hunderte von namenhaften Unternehmen zu mehr Umsatz verholfen haben. Merkwürdig ist da nur, dass die meisten Coaches auch in den gleichen Unternehmen tätig waren – scheinbar. Das ist einfach nicht realistisch und zeigt nur, wie manipulativ hier die eigene Dienstleistung präsentiert wird, nur um den Anschein zu geben, dass man voll der Gewinn wäre und du dein hartverdientes Geld diesem Coach geben solltest, um auch irgendwann so ein namenhaftes Unternehmen zu werden.

Verletzung der Privatsphäre oder des Datenschutzes:

Das Sammeln, Speichern oder Verwenden von neurologischen Daten oder anderen persönlichen Informationen über Personen ohne ihre Zustimmung oder in Verletzung geltender Datenschutzgesetze ist nicht ethisch vertretbar.

Dieses Feld ist sehr weit und ich kann dir jetzt schon mal sagen, dass ein großteil von Webseiten ethisch nicht mehr korrekt im Bezug auf Datenschutz arbeiten. Ich nehme es auch nicht gleich übel, wenn jemand, der keine Ahung davon hat, ausversehen da Fehler macht ABER jetzt, wo du weißt, dass man hier ganz schnell zum Täter wird, solltest du dich bemühen, deine Webseite und auch Social Media Kanäle mal genauer unter die Lupe nehmen zu lassen.

Es gibt Experten auf diesem Gebiet, die du hinzuziehen solltest. Wie zum Beispiel:

https://mslmdvlpmnt.com/

Webseite von https://mslmdvlpmnt.com/
Titel: Warum manipulatives Marketing keine Zukunft hat

Warum manipulatives Marketing keine Zukunft hat

Ethisches Marketing, ethische Webseitenentwicklung oder der ethische Einsatz von KI sind immer aktueller und auch notweniger, denn wie bereits gesagt: der Marktplatz ist überfüllt und bei all dem Geschreie kann ein potenzieller Kunde irgendwann nur instinktiv reagieren, was dazu führt, dass Manipulation „geschickt“ eingesetzt zu einer Kaufentscheidung führt, die vielleicht gar nicht so freiwillig geschieht. Dann hat man auf einmal ein Produkt oder Dienstleistung gekauft, die nicht der eigentlichen Vorstellung entspricht und man bereut.

Der Trend geht aber langsam in Richtung „Vertrauen aufbauen“ und Transparenz, weil auch ein Kunde irgendwann nicht mehr auf die ewigen Manipulationen reinfallen möchte, die Muster erkennt und vorsichtiger wird.

Deswegen solltest du als Unternehmer oder Selbstständiger selbst auch nicht mehr auf all die „erfolgsversprechenden“ Methoden reinfallen und deinem Instinkt folgen. Dabei musst du dir nur eine Frage stellen: Würdest du als dein Kunde dir vertrauen, wenn du solche Methoden anwendest?

Wenn es dir nur darum geht, möglichst schnell den Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen und nur halbgaren, fast wertlosen „Mehrwert“ zu bieten, dann wirst du in Zukunft genau wie viele tausend andere Marktschreier, dir nur die Stimme heißer brüllen – der potenzielle Kunde der Zukunft ist wesentlich mißtrauischer und möchte wirklich deine Erfolge oder Leistungen sehen, bevor er etwas von dir kauft. Deswegen zeige so viel wie möglich – ohne Geld daraus zu ziehen und baue dir langsam eine Marke auf, die nicht nur individuell ist, sondern auch transparent, ehrlich und ethisch sauber!

Zum Schluss noch ein gutgemeinter Rat:

Verwende deine Energie lieber dafür, dein Produkt oder Deinstleistung zu perfektionieren und nimm als Ziel, der Beste in deinem Bereich zu werden!

 

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